Zwergpalme

Korbflechter - Handwerk auf Mallorca

 
 
 
 
 
Korbflechter Handwerk auf der Balearen-Insel Mallorca.

Die Korbflechterei ist eines der ursprünglichsten Kunsthandwerke, älter sogar noch als die Töpferei. So hat man in archäologischen Fundstätten Reste von geflochtenen und gewobenen Pflanzenfasern gefunden. Bis heute hat sich diese Tradition in der Region Llevant bei Artà gehalten.


Inhaltsverzeichnis

1 Ausgangsprodukt
2 Region
3 Fertigung
4 Zusatznutzen
5 Märkte


Ausgangsprodukt

Productos Artesanos Palmeros Palme ist ein selten nützliches Gewächs. Große Exemplare wie Dattel- oder Kokospalme liefern nicht nur, hübsch gezeichneten Schatten, sondern noch äußerst schmakhafte Früchte. Sind dabei wenig anspruchsvoll, was ihren täglichen Durst angeht. Kleinere Genossinnen der Gattung Palma, wie die auf der Balearen beheimatete Zwergpalme, liefern zwar keine Früchte für den Nachtisch oder hitzeunempfindliche Fette. Dafür biegsame, robuste Blätter in handlichem Format. Während die großen ideal sind als Handventilator und sogar als regendichter Belag von Dächern, verwandel sich die der Zwerkpalmen unter geschickten Händen eines geübten mallorquinischen Flechters in so gut wie alles, was im Haus und Garten, am Strand und beim Einkaufen Dinge beieinander halten soll.


Region

Auf den Feldern zwischen Manacor und Artà ist sie beheimatet und hat sich dort wohlgefühlt als noch niemand daran dachte sie in Plantagen anzupflanzen. Heute bedecken die bis zu einem Meter großen Minipalmen hektarweise die Felder, denn in Artà wird die Kunst des Korbflechten immer noch groß geschrieben, jeglichen Kunststoffen zum Trotz.


Fertigung

Die Technik ist so einfach wie brillant:

Den fächerförmigen Blättern der Palme werden zuerst die Strünke abgeschnitten, die das Kunstwerk der Natur zusammenhalten. Dannach werden sie in der sengenden Hitze getrocknet. Weil sie lang und dünn sind, ist das Sonnenbad meist nur von kurzer Dauer. Sobald die Blätter goldgelb und trocken sind, werden sie in Wasser so lange eingeweicht bis sie biegsam genug sind, um selbst der knifflisten Schleifendrehung zu folgen. Das Einweichen hat auch für den Flechter selbst einen Vorteil, das er nicht seine Hände zerschneidet an den sonst Rasierklingen scharfen Blattkanten. Die weichen Blätter werden palmito genannt.

Productos Artesanos PalmerosZugrunde liegt das Prinzip des Webens, egal ob ein Tragekorb für einen Eselsrücken entstehen soll oder eine Hängekorb, um Käse katzen und mäusesicher in der Küche oder auf der Darre zu lagern.

In einem Grundgerippe aus festen Stengeln oder Blättern werden im rechten Winkel die einzelnen Blätter verwoben. Wenn diese feuchten Blätter nun ein zweitesmal trocken, ziehen sie sich leicht zusammen, was dem Flechtwerk eine besondere Stabilität und Dichte gibt. Soll allerdings ein Sonnenhut künftig bei Palmenernte den Arbeiter schützen, ein schicker Einkaufskorp seine Begleiterin auf dem Markt von Palma schmücken oder auch eine Matte als Strandlaken oder Wandbehang dienen, ist schon ein wenig mehr Phantasie und Geschick gefragt. Mit eingefärbtem Blättern entstehen gefällige und kunstvolle Muster, mal in das Grundgeflecht eingewoben, mal plastisch als zweite oder sogar dritte Schicht aufgetragen. Zudem hat jeder Flechter seine eigenes Repertoir an Sondertricks, um auch ohne Farbzusätze, alleine durch geheimnissvolle Vor- und Rückwärtsgänge, Leitern und Krebsgänge den Zwergpalmenblättern die ausgefallensten Muster zu entlocken.


Zusatznutzen

Wie fast immer im bäuerlichen Umfeld wird auch nichts verschwendet. So werden die abgeschnitten Strünke und jene Blatteile, die beim flechten abfallen, in ihre langen, kräftigen Fasern zerlegt. Lose zusammengebunden ergeben diese einen hervorragenden Besen ab.
Fest ineinandergedreht entstehen, beachtliche kräftige Seile und Stricke. An denen Ziegen, Esel und Schafe angebunden, Wassereimer in den Brunnen gesenkt, Boote festgemacht und mit denen sogar Stuhlsitze kunstvoll bespannt werden.


Märkte

Auf vielen Märkten der Insel Mallorca werden diese Produkte angeboten.
zB: Dienstags in Artà
 
© 2004 by Pedro Servera Erstellt am 02.10.2004portvell@mallorcaweb.net