Klosteridylle in den Bergen Wandern auf Mallorca

 
 
 
 
 
Von Colònia de Sant Pere - zur Ermita de Betlem

Escritor: Pedro Servera Hotel Playa Port Vell ( im Mai 2004)


Wildromantisch liegt die Ermita de Betlem in einem einsamen Hochtal der Sierra de Artana. Vom Strand von Colònia de Sant Pere führt ein alter Pilgerpfad durch Olivenhaine und stille Felslandschaft hinauf zu der Klause.

Die Wanderung in Kürze
* Anspruch: ++
* Gehzeit 2,3 Std.
* Länge: 7 km

* Charakter: Mittelschwere Wanderung auf steinigem Bergpfad; keine nennenswerten Höhenunterschiede
* Wanderkarte: Topographische Karte 1:50 000, Blatt Artá (Artà)
* Einkehrmöglichkeiten: Keine

Anfahrt:

Mit dem PKW:

Vom Hotel nach Artà und weiter auf der C 712 Richtung Can Picafort / Port d 'Alcúdia. 7 km hinter Artà rechts Richtung Colònia de Sant Pere abzweigen. An einem auffälligen, hohen Steinkreuz knickt die Straße nach links ab Richtung Zentrum, wir aber fahren auf einer schmaleren Nebenstraße weiter geradeaus. Wir ignorieren eine Abzweigung nach Colònia de Sant Pere ebenso wie die zu einem Campingplatz. 2,4 km ab Steinkreuz beschreibt die Straße, die bislang schnurgerade verlaufen war, eine leichte Linkskurve. Nun aufpassen! Der Ausgangspunkt ist nach insgesamt 3,1 km erreicht, noch vor den Häusern der Urbanisation San Pedro. Hier zweigen rechts und linksschmale Fahrwege ab. Der rechte Weg hält auf ein etwa 500 m von der Straßeentfernt liegendes Gehöft zu. An seinem Beginn können wir parken.

Mit dem Bus:

Von Palma nach Can Picafort oder Artà , von dort mit dem Taxi zum Ausgangspunkt. Von der Ermita de Betlem geht man nicht wieder zurück, sondern läuft auf einer wenigbefahrenen schmalenStraße nach Artà (etwa 2Std. ab Ermita de Betlem).

Von unserem Ausgangspunkt bei Colònia de Sant Pere folgen wir zu Fuß dem Zufahrtsweg zur Finca Can Vicenç. Rechts begleitet eine Tancamauer unsere Route. Nach etwa 5 Minuten lassen wir eine ehemalige Kaserne aus der Franco Zeit links liegen und stehen gleich darauf direkt vor der verlassenen Finca Can Vicenç. Das Zufahrtstor steht normalerweise offen. Andernfalls finden wir etwa 5 m rechts vom Fahrweg eine kleine Holzpforte für Fußgänger, die wir nach dem Passieren wiederverschließen. Rechts hinten führt ein breiter Feldweg aus dem Hofgelände heraus. Daß es sich hier um eine nur alten Verbindungsweg handelt, ist an den in das Kalkgestein eingeschliffenen Karrenspuren zu erkennen. Mandel, Oliven und Johannisbrotbäume begleiten unseren Weg. Aber die Plantage ist ebenso wie der Hof längst aufgegeben und dient nur noch als Schafweide. In großer Zahl gedeiht hier der kleinfrüchtige Affodill, der im zeitigen Frühjahr riesige weiße Blütenstände treibt. Vorauserheben sich steile Felswände.
Bereits 3 Minuten nach Passieren der Finca zweigt von unserem breiten Weg links ein schmalerer Pfad ab, dem wir nun folgen. Die Stelle ist durch eine kleine Steinpyramide gekennzeichnet. (Hat man diese Abzweigung verpaßt, kann man bis zur Staumauer weiterlaufen und vor dieser links zur Mauerkrone hinaufsteigen. Auf einem schmalen Trampelpfad geht es dann schräg bergan weiter, bis man nach etwa 60 m wieder auf den Wanderweg trifft).
Mitzunehmender Steigung geht es in ein Tal hinein, wobei wir uns an dessen östlichem Rand halten. Rechts von uns erstreckt sich der Talgrund. Ein Blick zurück zeigt die Bucht von Alcúdia und dahinter die Halbinsel Victòria. Hier und da lassen verwitterte, große gelbe Punkte erkennen, daß man sich noch auf dem richtigen Weg befindet. Doch sollte man sich nicht irritieren lassen, wenn man diese Punkte nicht findet, da sie nur schwer auszumachen sind. Hinter einer schattigen Baumgruppe, wo der Krummstab gedeiht, passieren wir eine Begrenzungsmauer.
Wir verlassen nun das Plantagenland. Der Weg verläuft vorübergehend etwa auf gleich bleibender Höhe, um sich dann wieder steiler in die enger gewordene Schlucht hinaufzuwinden. Es handelt sich hier nicht mehr um einen Karrenweg, sondern um einen sorgfältigangelegten, seitlich mit Mauern abgestützten alten Pilgerpfad. Nachdem wir die engste Stelle der Schlucht passiert haben, zweigt der Hauptweg im spitzen Winkel, durcheine winzige Steinpyramide gekennzeichnet, ab (30 Minuten). Er beschreibt hier eine Schlinge. Wir können jedoch auch rechts gehen und die Serpentine damit abkürzen. Beide Routen treffen schon bald wieder zusammen. 5 Minuten später versperrt eine riesige Felsstufe das Tal. Unser Weg umgeht sie links. Am oberen Rand der Felswand gehen wir durch einen Durchlass in einer Steinmauer (45 Minuten). Für den Rückweg merken wir uns diese Stelle, denn hier zweigt Richtung Talgrund ein breiter Weg ab, den wir nicht gehen dürfen.
Wir bleiben links oberhalb des Talrandes und queren schon nach etwa 5 m eine weitere Steinmauer. Der Weg ist hier mit gelben und blauen Pfeilen (allerdings in umgekehrter Richtung)markiert. In einem Seitental zu unserer Linken wird im Schatten einiger hoher Aleppokiefern mitjungen Bäumen aufgeforstet. Etwa auf Höhe dieser Pflanzung beschreibt unser Weg eine Rechtskurve und quert einen der Arme, in die sich das Tal oberhalb der Felsstufe aufgespalten hat. Der Weg windet sich nun in einigen Serpentinen aufeinen mit hohen Kiefern bestandenen Bergsattel zu. Am Sattel angelangt (1 Std.)wenden wir uns unter Bäumen vor einer Steinmauer nach links, gehen also nicht geradeaus durch das Tor.
Kurz darauf treffen wir auf Terrassenfelder, die in einem flachen Talgrund angelegt wurden. Von hieraus erblicken wir auch erstmals die Ermita de Betlem. 5 Minuten später queren wir oberhalb der Felder die Talmulde. Hier befindet sich die Quelle Font Crútia, mit deren Wasser die Äcker bewässert werden. Nebenan steht in einer Nische eine Madonnenfigur. In den Sommermonaten ist dies dank einiger riesiger Platanenein schattiger Platz, wo man sich von den Mühen des Aufstiegs erholen kann. Dann geht es ohne weitere Steigungen auf dem Feldweg weiter zur Ermita de Betlem, deren Eingangstor mit dem großen Parkplatz davor wir nach insgesamt 1,15 Stdunden Gehzeit erreichen.

Der breite, von Zypressen gesäumte Weg, der direkt auf die Kapelle der Einsiedelei zuführt, ist durch ein Tor für Fahrzeuge versperrt. Wir können es öffnen und hindurchgehen, sollten es aber danach wieder sorgfältig verschließen. Rechts neben dem Tor ist an der Innenseite der Begrenzungsmauer einbuntes Fliesenbild eingelassen, das 1965 von einem der hier lebenden Eremiten angefertigt wurde. Es zeigt den hl. Antonius, der dem ›Vater des Einsiedlerlebens‹, dem in Ägyptengeborenen hl. Paulus Eremita, im Jahre 341 den letzten Segen gibt. Wir können nun entweder den Hauptweg wählen oder rechts daneben auf einem lauschigen Fußweg zu der kleinen Kirche der Ermita gehen. In dem Gotteshaus befindet sich der Grabstein des Großgrundbesitzers Morei, der den Eremiten der Congregació Sant Pau i Sant Antoni 1805 das Land vermacht hatte, auf dem sie die Einsiedelei anlegten. Noch heute leben Mönche der Kongregation in den angrenzenden Gebäuden.
Nachdem wir das Gelände der Ermita besichtigt und vielleicht den hinter der Kirche gelegenen Mirador aufgesucht haben, von dem man einen schönen Blick über die Bucht von Alcúdia genießt, gehen wir entweder auf demselben Weg zurück zum Ausgangspunkt (2. 30 Std.) oder auf der wenig befahrenen Straße nach Artà.

Dabei orientieren wir uns am Parkplatz an der Beschilderung ›Fuente‹. Gleich links ist noch der uralte Olivenhain zu beachten. Eine Fliese in der Begrenzungsmauer mit der Aufschrift ›Vella olivera de Binialgorfa‹ (alter Olivenhain von Binialgorfa) weist darauf hin, daß es sich hier einst um das Gelände eines alten arabischen Landgutes handelte.

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© 2004 by Pedro Servera Erstellt am 02.10.2004portvell@mallorcaweb.net